Bevor man sich mit der Rift in die virtuelle Welt stürzen kann, muss man sich darum kümmern, die Sensoren sinnvoll im verfügbaren Raum zu verteilen. Sie leben dann fortan in Symbiose mit ihrem Besitzer.
Wie sowas aussehen kann, erfahrt ihr heute von mir 😊
Sensoren - eins, zwei, oder drei? Wo leben meine?
Im Standardpaket der Oculus Rift befinden sich zwei Sensoren.
Für die Erfassung der Brille selbst reicht theoretisch ein Sensor, für die zuverlässige Erfassung der beiden Touch-Controller benötigt man hingegen schon zwei.
Die ersten zwei Wochen habe ich mit zwei Sensoren, rechts und links voneinander aufgestellt, verbracht. Im Bild seht ihr die beiden.
Der linke findet seinen Platz auf meiner Fensterbank, direkt über der Heizung, wo er es angenehm warm hat. Vom Ausblick aus dem Haus hat er nicht viel - stört ihn aber auch nicht! Zumindest hat er mir zugeflüstert, dasss er doch lieber mich sehen möchte 😁
Der rechte macht es sich auf meinem einen Lautsprecher gemütlich. Zuerst hatte er Sorgen, dass sein Untermieter vielleicht zu laut sein könnte.. zum Glück ist er das nur, wenn der rechte grade nicht arbeiten muss - da höre ich nämlich viel lieber den Sound über die eingebauten Kopfhörer der Rift 😊
Auf vielen Seiten im Internet liest man, um die eigene Bewegung im Raum erfassen zu können, benötige man unbedingt drei Sensoren - dem kann ich nur bedingt zustimmen.
Auch mit zwei Sensoren konnte ich mich schon gut im Raum bewegen und auch akkurat erfasst werden! Problematisch wird dies erst, wenn man Anwendungen verwendet, bei denen man sich oft selbst umdreht, statt z.B. die "Welt" zu drehen oder einfach die Kamera mittels Controller zu drehen. Steht man nämlich mit dem Rücken zu den zwei vorderen Sensoren, können sie einen nicht mehr erfassen.
..das durfte ich dann schmerzlich bei einer Runde VR-Paintball feststellen - wenn man anderen hinterherjagt oder sich verstecken möchte, dreht man sich wirklich häufiger als ich gedacht hätte.. gibt es da dann Tracking-Fehler, hat man die Runde leider echt schnell verloren 😓
Für ruhigere Spiele oder Anwendungen reichen zwei Sensoren dicke aus - möchte man jedoch wirklich actionreiche, immersive VR-Erlebnisse haben, so wie ich 😝, muss aber auf jeden Fall ein dritter her.
Okay, und was ist nun mit dem dritten?
Der dritte Sensor kam dann, direkt vom Hersteller, mit einem USB-Verlängerungskabel. Praktisch - immerhin sollte er die hintere Seite abdecken und ist somit deutlich weiter entfernt vom PC als die vorderen beiden.
Bei mir fühlt er sich dort am wohlsten, wo es viel Alkohol gibt.
Verständlich 😜
Einen Baby-Pinguin als Aufpasser hat er auch gefunden! Falls die Flaschen doch mal zu verführerisch werden sollten..
Außerdem könnt ihr auf dem Foto sehen, dass sich dieses Regal sehr hoch befindet - der Pfeil zeigt den Unterschied zum Türrahmen. Türen sind bekanntlich um die 2 Meter hoch - somit ist der hintere Sensor deutlich höher angesiedelt als die vorderen. Von dort aus hat er einen sehr guten Überblick über das Geschehen.

Es gibt viele verschiedene "Tipps", wie man den dritten Sensor aufstellen sollte - einige sagen, man sollte einfach eine weit entfernte Ecke nehmen, und dann quasi diagonal in den Raum hinein drehen - andere empfehlen, ihn parallel in Höhe und Lage zu einem der vorderen aufzubauen, und wieder andere empfehlen, alle möglichst weit oben anzubringen, damit sie von oben nach unten tracken können (das ist glaube ich sogar die offiziell empfohlene Variante).
Um mir nicht weitere Regale anbauen zu müssen, habe ich verschieden Setups ausprobiert und herausgefunden, dass speziell für meinen Raum eine Kombination aus den Tipps am sinnvollsten ist - er ist sowohl auf (nagut, einigermaßen) paralleller Position wie der vordere, rechte Sensor, als auch hoch. Parallel macht bei mir wegen des großen Doppelbetts nicht viel Sinn - die Fläche, die ich dadurch gewinnen würde, könnte ich ja eh nicht nutzen.
Um das etwas zu verdeutlichen, hab ich euch eine Skizze gemalt 😃
Die bunten Flächen sind die ungefähren Bereiche, die von den verschiedenen Sensoren erfasst werden können. Dort, wo sich die Bereiche überschneiden, funktioniert das Tracking am allerbesten.
Es gibt aber keine "harten Kanten" beim Sichtbarkeitsbereich - manchmal werde ich z.B. sogar bei der rechten Tischhälfte (rechts vom lilanen Sichtbereich) erkannt 😎
Trotz, dass die Fläche nahezu jeden begehbaren Bereich meines Zimmer abdeckt (die Fläche ganz rechts ist eh zu schmal, und mit Stuhl & E-Gitarre geschmückt), habe ich noch kleine Blindspots. Den vorderen, schwarzen Bereich, zwischen rotem und lilanem Sensor, meide ich jedoch so oder so, da dort die Gefahr zu hoch ist, meinen Lautsprecher umzulaufen 😂
Der hintere, schwarze Bereich, ist zwar wirklich klein, und meistens befinde ich mich in der Mitte des Tracking-Bereiches - wenn ich aber doch mal so weit nach hinten gehe, merkt man die Ungenauigkeiten leider doch das eine oder andere Mal. Würde ich in diese Ecke ein weiteres Regal zum aufstellen anbringen (oder so eine Sicherheitskamera-Halterung :D), würde die Tür beim öffnen immer dagegen schlagen..
Ausblick
Nun, da ihr sogar wisst, wie wir zusammen leben, wird es langsam Zeit, euch zu zeigen, was überhaupt alles mit VR möglich ist 😍 - im nächsten Teil!
Rückblick
Für diejenigen, die sich dafür interessieren, wie ich und VR zusammengefunden haben:
https://steemit.com/virtualreality/@underpants/virtual-reality-mein-weg-in-die-virtuelle-welt