Wir Ratten sind von Natur aus neugierig. Schlau, klug, vorsichtig, aber neugierig. Erstaunlich, daß gerade der Allvater Odin, der mit den selben Begabungen ausgestattet ist, uns nicht in den Kreis seiner Tierkameraden aufgenommen hat.
Ganz im Gegensatz zu Buddha, der die Menschen rief, seine Lehre vom Leid und dem Erlösen vom Leid hören zu kommen, aber die Menschen hörten nicht. Oder sie hörten ihn, zuckten mit den Schultern und meinten: Was solls. Wieder einer von den Asketen, die meinten, sie wüßten alles ...
Aber die Tiere hörten. Sie machten sich auf den Weg, zuerst bei Buddha anzukommen. So auch die kleine Ratte. Und weil sie wußte, daß sie zu klein und daher zu langsam sein würde, sprang sie auf den Büffel und ließ sich die meiste Zeit des Weges von ihm tragen. Kurz vor der Ankunft am Ort, zu dem Buddha geladen hatte, sprang sie vom Rücken des Büffels und huschte schnell wie der Wind zum Ort, an dem der große Meister seine Zuhörer erwartete. So kam es, daß die kleine Ratte das erste Wesen war, das vor Buddha erschien, um seine Lehre vom Leid und dem Erlösen vom Leid zu hören und seither ist die kleine Ratte auch das erste Sternzeichen im asiatischen Jahreskreis.
Diese Ratte hier hat viel gesehen und viel erlebt. Leider hat sie Buddha nicht gesehen wie diese eine berühmte Ratte aus der langen Liste ihrer Vorfahren. Aber ein wenig ist sie auch schon wissend und weise geworden und ein wenig davon wird sie hier berichten. Von Geschichten, die sie erlebt hat, von Geschichten, die sie erdenkt und von Geschichten ,die vielleicht erst noch geschrieben werden müssen, weil sie noch nicht stattgefunden haben.
Und diese Ratte wird sich sehr freuen, wenn vielleicht Allvater Odin von ihr hört und sagt: Meine Wölfe und meine Raben sind mir lieb und teuer, aber dieser kleinen Ratte würde ich gerne einen Platz in meiner Halle in Walhall anbieten, denn sie ist neugierig, wißbegierig, sie kämpft tapfer und ist immer auf der Suche nach Weisheit und Erfahrung.