Heute möchte ich einmal ein Thema ansprechen, was meiner Beobachtung nach in der Bevölkerung sehr häufig einfach falsch verstanden wird. Gerade die politische Linke neigt oftmals dazu den Sachverhalt völlig zu ignorieren und schwelkt sich dort in soziale Romatik, die am Ende aber eben dazu führt, dass für uns alle am Ende die Sachen teurer werden.
Vom Grundsatz her hört sich die Idee vollkommen super an. Wieso soll eigentlich immer nur der Arbeitnehmer die steuerliche Last im Lande tragen, während einige Unternehmen wenig bis gar keine Steuern zahlen. Es wäre wesentlich fairer, wenn auch Unternehmen eben ihren Anteil dazu beitragen würden. Während es nur wenige Leute gibt die dieser These grundsätzlich widersprechen würden, muss man sich doch ein wenig die Konsequenz dahinter klar machen.
Ich war während meines Studiums nebenher selbstständig. Am Jahresanfang schaute ich in meinen traurigen leeren Geldbeutel und entschloss mich: Ich habe zu wenig, ich brauche mehr Geld! Also schrieb ich den Kunden eine Mail, dass ab sofort der Stundensatz erhöht wird. Normalerweise müsste man jetzt erwarten, dass dort nun viel gemeckert wird und man wutentbrannt zu einem günstigeren Mitbewerber läuft. Mitnichten kam oft nur ein „Okay!“ zurück.
Den der Kunde wiederum schaute in seinem traurigen leeren Geldbeutel, der nun noch ein wenig leerer wurde. Und er holte seine Edikettiermaschine heraus und machte an jedem seinen Gut einen kleinen Aufschlag drauf. Genug dafür, dass ich bezahlt werden kann und sein Geldbeutel auch nicht mehr so traurig aussieht. Den für ihn waren dies keine echten Kosten, er hat sie auch nur durchgegeben und war entsprechend emotionslos dabei.
Und am Ende stand dann der Endverbraucher in seinem Laden und meckerte, dass alles ja ständig immer nur teurer wird. Da er aber eben die Güter haben wollte, zahlt er natürlich den Preis und sein Geldbeutel wurde immer ein wenig trauriger... Doch er hatte niemanden an dem er den Preis durchreichen konnte.
Diese Kette muss man sich stets bewusst machen, wenn man höheren Steuern und Abgaben fordert. Den ein Unternehmer hat eine gewisse Absicht über die Höhe über der er einen Gewinn machen möchte. Die Kosten schmälern nicht seinen Gewinn, sondern kommen einfach oben drauf. Dies geht natürlich nicht unbegrenzt, den irgendwann würde es eben so teuer werden, dass der Endverbraucher sich auf die Seite leckt, noch ein paar Mal mit den Beinchen zuckt und das zeitliche segnet. Das wäre dann natürlich ärgerlich auch für den Unternehmer.
Und natürlich muss man gerade in der heutigen Welt es immer ein wenig globaler sehen. Erhöht ein Land massiv seine Steuern für Unternehmen, dann zieht die Karawana eben weiter oder der Unternehmer ist nicht mehr Wettbewerbsfähig. Meist greift dies aber nicht, da die Wirtschaftsräume z.B. hier in Europa sich zu ähnlich sind. Somit gibt es immer nur viele kleinere Erhöhungen, die dann am Ende vom Verbraucher getragen werden.
Aus dem Leben gegriffen? Ab Montag wird die Maut auch für Bundesstraßen eingeführt. Betreffen tut dies alle LKWs, die nicht der Stadtreinigung unterliegen. Die Müllabfuhr unterliegt nicht der Stadtreinigung, sondern sind zumeist private Unternehmen, die nun eben anfangen müssen mehr Maut für ihre Fahrten zu zahlen. Grob geschätzt geht die Hälfte der Fahrt über die Autobahn und die andere über die Bundesstraßen. Die mautpflichtige Strecke verdoppelt sich also nun ab dem nächsten Monat!
„Endlich!“ ruft der Linke und freut sich, dass auch das Unternehmen sich endlich mehr an der sozialen Infrastruktur beteiligt. Das Unternehmen wird sich aber an seinen Planungstisch setzen, ein wenig rechnen und bald flattern dann dem Bürger Briefe ins Haus. Leider muss auf Grund der Kostenstruktur wieder einmal die Gebühr für den Hausmüll erhöht werden. Irgend jemand der dagegen wetten möchte und denkt, es wird bei ihm günstiger? (Sieht man mal von lokalen Phänomenen ab! ;)) Nun jubelt der Linke auch nicht mehr und schimpft darauf, dass die Unternehmen immer mehr verdienen ... höchstens der Grüne freut sich noch, weil die Leute vielleicht weniger Müll produzieren ;)
Jede Steuer und Abgabe für Unternehmen wird am Ende eben auf den Verbraucher umgeschlagen, der sich dann darüber wundert, dass es immer teurer wird. Dies liegt einfach daran, dass er in der Machtkette eben ganz unten ist und entsprechend wenig Gestaltungsmöglichkeiten hat. Bei einigen Fällen kann er Verzicht üben, in einigen Fällen kann er substituieren... aber bei vielen Dingen hat er gar keine andere Wahl und schaut hilflos zu.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich will dies in keinster Weise gut heißen und ärgere mich selbst sehr darüber, dass einige Leute am Ende so furchtbar wenig zahlen. Aber einfach nur nach höheren Steuern rufen, ist oftmals ein Schnitt ins eigene Fleisch und bringt außer einer Mehrbelastung nichts.
Wäre man hilflos? Mitnichten. Den ich denke, dass man da mitunter mit etwas smarterem agieren immer noch die Leute zur Kasse bitten kann. Dies könnte z.B. dann sein, wenn sie Beginnen einen Teil der Erträge in die eigene Tasche zu stecken oder eben dann, wenn sie selbst gerade Konsument sind. Mein Budget für Luxusyachten hält sich nämlich in Grenzen.
Mit ein wenig mehr Fantasy bei einer Besteuerung und einer gezielten Förderung für jene Wirtschaftszweige, die besonders inländisch tätig sind (gegenüber exportorientierte Industrie) könnte man eine ganze Menge erreichen. So etwas habe ich nun aber in den letzten 20 Jahren fast nichts mehr gehört über das gesamte politische Spektrum hinweg. Den manchmal beschleicht der Eindruck, dass eigentlich alle Seiten ganz froh darüber sind. Die einen weil sie etwas verdienen, die anderen weil sie meckern können.
Aber selbst wenn man als Endverbraucher nichts machen kann, sollte man zumindest den Vorgängen dahinter bewusst sein und im Hinterkopf behalten.