Hallo Freunde,
im letzten Post haben wir uns angeschaut, welche Ausgangssituation wir bei diesem Brand hatten. Ich verweise darauf, dass das alles hier keine Wissenschaftliche Abhandlung ist, sondern eine, man kann es populärwissenschaftliche Arbeit ist. Es ist das Ziel einen groben Überblick zu gewinnen für das was passiert ist und es in ein gewisses Licht zu rücken.
So und dann sind wir wieder in der Bar, die Decke hat begonnen zu brennen und einige werden die Videos kennen, die Besucher haben weiter gefeiert, einer hat probiert das Feuer mit seiner Jacke zu ersticken, was aber bei der Struktur der Decke nichts gebracht hat. Das Problem hier ist, dass der DJ einfach abgehauen ist ohne die Musik zu beenden und die Mitarbeiter nicht darauf geschult waren, in so einer Situation zu handeln. Wir Menschen kommen mit einer Sache nicht gut zurecht und das ist exponentielles Wachstum und genau das haben wir bei so einem Feuer gegeben. Wir reden hier von wenigen Minuten in denen ein kleines Feuer zu einem Inferno wird. Das ist ein Flashover, das Feuer erzeugt weitere Gase die zu einer Verstärkung des Brandes führen, vereinfacht gesagt. Und hier kommt das Fatale des Fluchtwegs zu tragen. Wir haben eine Treppe die aus dem ganzen rausführt. Und hier wollen jetzt dutzende betrunkene Menschen auf einmal raus und vor allem wird die Treppe nach oben hin auch noch schmaler. Wenn man sich das Station Island Feuer vor 20 Jahren anschaut, dann wird man feststellen, dass damals die meisten Menschen vor der Tür gestorben sind, weil sie sich am Ausgang gestaut haben. Und genau so war es wahrscheinlich hier auch. Panik und Alkohol vertragen sich nicht. Der zweite Notausgang hätte vieles bringen können, aber er war nicht da.
Wir reden hier von einer sehr Ländlichen Region, die Zahl der Rettungswagen ist eher begrenzt, es gibt zwar auch MANV Komponenten und die Flugrettung, aber mit der Vorhaltung einer Großstadt ist es nicht zu vergleichen. Aber es waren am Ende 42 Krankenwagen aus mehreren Kantonen im Einsatz, was auch nur durch die Vorhaltung der Silvesternacht möglich war. Dazu kamen 13 Rettungshubschrauber mit Nachtflugbefähigung, was ich beeindruckend finde, in Bayern haben wir gerade einmal 3 dieser Hubschrauber mit Nachtflugbefähigung und 15 Hubschrauber insgesamt. Dazu kamen drei Flugzeuge in der Schweiz, die bereits früh mit der Verteilung von Patienten begonnen haben.
Die Brandbekämpfung an sich wurde durch die Milizfeuerwehr vor Ort durchgeführt, für die die es nicht kennen, in der Schweiz sind alle Bewohner verpflichtet in der Feuerwehr aktiv zu sein oder eine Abgabe zu zahlen, mit der die Feuerwehr finanziert wird. Die Milizfeuerwehrleute erhalten eine Aufwandsentschädigung, die bis zu einem gewissen Grad Steuerfrei ist und meiner Quelle nach bei 20 Franken pro Stunde anfängt. Es ist eine Mischform zwischen den deutschen freiwilligen Feuerwehren und Berufsfeuerwehren.
Und zu guter Letzt haben noch die Menschen vor Ort aktiv geholfen bis die Einsatzkräfte vor Ort waren und teilweise Menschen aus der Bar gezogen. Um den Knäul, der sich auch am Ausgang gebildet hat etwas aufzulösen.
Nachdem wir uns in diesem Post einmal angeschaut haben was für eine Ausgangslage wir für die Einsatzkräfte hatten und wie die Situation in der Bar war. Im nächsten Post schauen wir uns einmal die Bekämpfung der akuten Lage vor Ort an und die Probleme in der Versorgung der Patienten.