Gesunder Menschenverstand / Vernunft sind tatsächlich eine Ansichtssache und in Gruppen notwendigerweise immer eine Verhandlungsfrage oder schlimmstenfalls eine der Gewalt (oder Hierarchie wie du schreibst).
Im Grunde leben wir alle in unserer eigenen kleinen Realitätsblase, in der wir uns vormachen, rationale Handlungen zu vollziehen, allerdings nicht einmal ansatzweise über genügend Informationen verfügen, um dies zu erreichen. Letztlich ist es auch die Zukunft, die aufgrund ihrer Komplexität niemand vorhersehen kann, die uns davon abhält, objektiv vernünftige Entsdcheidungen zu treffen, oder den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.
Das alles ist ein großes Problem, da es letztlich die Objektivität zerstört und dem subjektiv gefühlten, irrationalen Raum gibt. Dies aber kann (naja wird) eine Zerstörungswut auslösen, da mit der Betonung der subjektiven Gefühlsebene keine Verhandlung über die Gruppenvernunft mehr stattfinden kann. Es kommt sofort und dauerhaft zu Gewalt und Zerstörung.
Ich frage mich daher immer: Wie kommen wir mit objektiver Realität in Kontakt? Die beste mir bislang eingefallene Antwort ist der Tod. Selbst Schmerzen lassen sich ignorieren oder betäuben, aber spätestens wenn wir den Tod erleben sind wir aus der subjektiven Realitätssimulation unseres Lebens herausgefallen und in der Realität angekommen.
Im übertragenen Sinne könnte man sagen, dass wir alle in unserer subjektiven Realitätswahrnehmung einen Fehler drin haben, den unser gesunder Menschenverstand nicht beachten kann und der letztlich irgendwann relevant wird und wir daran sterben. Es ist dieser Knacks in der Wahrnehmungsoptik (man denke an den blinden Fleck im Auge), der uns in letzter Konsequenz mit der Realität, der Vernunft und dem wirklich gesunden Menschenverstand verbindet.
RE: Persönlichkeitsentwicklung 023 - Der gesunde Menschenverstand Teil 1/2 - Eigene Gedanken