Willkommen beim "Lauftreff", heute mit einem Bericht zum Platinmann.
Ein kleines Herbst-Lauf-Abenteuer hatten wir ( Lydia und Harald ) uns mit den Platinmann vorgenommen.
Der Name klingt schon nach einer Herausforderung und die Webseite www.platinmann.de bestätigt das durch umfangreiche Ausführungen zur Schwere der Strecke, AGB's und Haftung. Aber Bange machen gilt nicht und so meldeten wir uns an, Lydia für den Platinmann light (ca. 11 km) und Harald für den Platinmann (ca. 27 Km).
Exkurs: Was ist der Platinmann?
Der Platinmann ist ein Laufwettbewerb mit Start in Winterscheid (Nähe Hennef / Sieg), der über ca. 27 km und ca. 880 Höhenmeter in ständigem auf und ab fast ausschließlich über Wald-, und Wirtschaftswege sowie Trails mit Steigungen bis zu 52% führt. Der Platinmann light bietet mit knapp über 400 Höhenmetern auf 11 Kilometer eine etwas leichtere Strecke an.
Nun sind wir beide keine ausgesprochenen Trail-Runner und schon gar keine Bergläufer. Obwohl wir bei unseren täglichen Läufen nie ohne Höhenmeter auskommen, sind 400 - 800 Höhenmeter in einem Wettkampf für uns doch eine Herausforderung. Auch wir laufen meist im Wald, aber überwiegend auf Wegen und nicht auf Trails. Matsch und Äste bis hin zu Baumstämmen als gelegentliche Hindernisse kennen wir, aber nicht so extrem.
Anreise und parken
Nach intensivem Studium der Homepage reisten wir also mit gehörigem Respekt nach Winterscheid an.
Der Ort ist schnell und gut über die Abfahrt Hennef / Ost (A560) erreichbar. Im kleinen, beschaulichen Winterscheid gibt es keine größeren Parkplätze, nicht mal am Sportplatz (Start & Ziel). So hatte man kurzer Hand die Hauptstraße zum Nachbarort gesperrt und einseitig als Parkplatz ausgewiesen.
Parken war so kein Problem, aber der Parkplatz ist eher lang als breit und so hatten wir, obwohl wie eine Stunde vor dem Start da waren, schon ca. 500m zu gehen.
Start & Ziel
Das Vereinsheim am Sportplatz lies dann aber keine Wünsche des nervösen, sich aufrödeln-wollenden Läufers offen. Separate Umkleiden für Damen und Herren (inkl. Toiletten), zusätzliche Toiletten im Obergeschoss, Catering (Kaffee, Kuchen, belegte Brote - gegen kleine Bezahlung), ein Sportplatz zum warm Laufen, unkomplizierte Kleiderbeutelabgabe im Zelt nebenan, freundliche, fröhliche Stimmung und an diesem Tag Bilderbuchwetter: blauer Himmel, ca. 4 Grad.
Allerdings hatte es bis 2 Tage vor dem Start geregnet und das nicht wenig. So lies ein Newsletter in der Woche vorher verlauten, die Strecke sei noch schwieriger wie üblich. Tatsächlich hat der Veranstalter die längere Strecke dann auch leicht verkürzt (ca. 25 km ).
Die Startnummer und den Transponder (Gummiarmband für's Handgelenk) hatten wir in der Woche vorher in Hennef in einem Modegeschäft abgeholt. So waren wir schon entsprechend ausgestattet.
Vor jedem Start gab es ein kurzes Briefing mit wichtigen Informationen zum Lauf und der Strecke, dann ging es stressfrei in guter Stimmung mit einem Startschuss los.
Zeitmessung
Es gibt keine Netto-Zeitmessung, aber eine elektronische, die im Ziel durch den Kontakt des Transponders mit dem im Zielbogen eingebauten Empfänger festgeschrieben wird. Einfach und zuverlässig, man darf nur das Gummiarmband nicht verlieren. Das Band hat eine Einheitsgröße und ist für kräftige, sehr kräftige Menschen gemacht. Damit es nicht am Arm schlackert oder gar verloren ging, schoben wir es einfach unter den langen Ärmel des Shirts.
Der Lauf
Zuerst geht es etwas mehr als einen Kilometer durch den Ort, dann direkt steil bergab. Zunächst noch auf Asphalt, aber ab dem nächsten Anstieg auf einen Trail mit Tannennadeln, Laub, Wurzeln, Pfützen und alles was der Wald sonst noch hergibt. Die ersten 4 Kilometer nutzen beide Läufe gemeinsam und zwar jeweils für den Hin-und Rückweg.
Im weiteren Verlauf wechseln sich steile bergauf und bergab Stücke munter ab, mal als Trail, mal als Waldweg oder Wirtschaftsweg. Immer feucht, meist richtig nass und oft matschig bis sehr matschig. Bis über knöcheltief war der Matsch an einzelnen Stellen, aber meist auch nur auf wenigen Metern, so dass man mit ein paar vorsichtigen Schritten drüber weg kam.
Asphaltabschnitte gab es nur ganz wenige in den Orten, die aber schnell wieder verlassen wurden. Steile Steigungen gab es dafür umso mehr. An einer Stelle waren sogar Seile gespannt an denen man sich hochziehen konnte. Man hätte den Abschnitt zwar auch so geschafft, aber die Seile waren schon hilfreich. Die Platinmann light Läufer kamen in diesen Genuss leider nicht.
Alle ca. 8 Kilometer waren Verpflegungspunkte aufgebaut, die recht gut ausgestattet waren: Bananen, Äpfel, Wasser, Tee, Cola, Müsli- bzw. Energieriegel. Da merkt man das ein Triathlon-Verein den Lauf ausrichtet.
Für die Platinmann light Läufer gab es nach ungefähr 5 km eine Verpflegungsstelle mit Wasser und Cola.
Die Strecke war insgesamt nicht so gefährlich wie befürchtet und mit der entsprechenden Vorsicht gut zu laufen. Dazu sehr gut ausgeschildert, auch wenn man meist vor sich immer noch andere Läufer/innen sah, hätte man sich auch sonst nicht verlaufen können.
Das ist alles natürlich sehr wetterabhängig, bei Starkregen, Eis & Schnee oder Nebel kann das ganz anders aussehen.
Als nicht Trail- und Bergläufer sind unsere dafür wenig trainierten Muskeln auf der Strecke ordentlich belastet worden und man merkt das deutlich hinten raus. Da gilt es die letzten 4 Kilometer (fast nur steil bergauf) mit starkem Willen zu bewältigen, um unter dem Zielbogen dann die Zeit zu stoppen. Bei Abgabe des Transponders wird man mit einer handgefertigte Holzmedaille als Erinnerung belohnt.
Das macht dann stolz und glücklich.
Dabei hilft auch die mehr als üppige Nachverpflegung: Bananen, Äpfel, Käse, Studentenfutter, Salzstangen & kleine Brezel, Dominosteine & Weihnachtsplätzchen (verschieden Sorten), Müsliriegel, Vitaminsaft und Erdinger alkoholfrei.
Gegen Bezahlung auch noch Grillwurst, Pommes, Kaffee und Kuchen sowie belegte Brötchen.
Die Gesamt- und Altersklassensieger erhielten Urkunden und Preise und wurden respektvoll bejubelt.
Die Duschen waren ausreichend vorhanden und boten sogar für uns Läufer/innen im hinteren Feld (Genießer) heißes Wasser.
Fazit: Sehr gut organisierte Veranstaltung und ein schönes, forderndes Abenteuer. Mit Vorsicht empfehlenswert!
Euere Lydia vom Team EULE