Danke für die Mühe, die du dir gemacht hast!
Mich würde sehr interessieren, wie viele der hier Versammelten sich Ihrerseits die Mühe gemacht haben, auch deine Quellen zu lesen. Ich habe immerhin 75% geschafft, beim Geschäftsgeheimnis bin ich ausgestiegen. Es betrifft mich nämlich nicht einmal annähernd.
Doch genau diese Haltung begünstigt den sich stetig beschleunigenden Verfall einer freiheitlich gedachten Grundordnung. Wer ist schon noch bereit, sich mit den Problemen anderer auseinanderzusetzen? Wer würde sich für etwas einzusetzen, was ihm selbst keinen Vorteil verschafft? Außer natürlich, er würde genau dafür bezahlt.
Staat und Großkapital sind inzwischen untrennbar miteinander verflochten.
Selbstverständlich wird sich daher auch die freie Presse nicht die Finger daran verbrennen, dieses Verhältnis allzu deutlich aufzuzeigen.
Sie gehört dem Großkapital und wird von der Politik gehätschelt. Kein Wunder, dass die Blätter sterben, wer will diesen gleichgeschalteten Brei schon noch lesen?
Ihre öffentliche Meinung ist sich darin einig, dass die größte Gefahr für die Demokratie von der einzigen noch bestehenden Opposition ausgeht. Abweichende Anschauungen sind ganz klar ein Fall für den Verfassungsschutz und wer diese Meinung nicht teilt, verliert mal eben seinen Job.
Eine Hausdurchsuchung durfte ich übrigens bereits Ende der 1980er Jahre wegen eines nicht von der Post zugelassenen Anrufbeantworters über mich ergehen lassen. Dieses Bagatelldelikt wog schwerer, als die von der Verfassung garantierte Unverletzlichkeit meiner Wohnung.
Gefühlt, lebt es sich inzwischen sogar in gepflegten Diktaturen wesentlich freier als in der freiheitlichsten Gesellschaft, die es jemals auf deutschem Boden gab.
Niemand würde mich dort etwa dazu zwingen für den Staatsrundfunk zu zahlen und bei 13% Steuersatz in Russland verzichte ich doch gerne darauf gegen gewisse Sachen zu demonstrieren ;-)
Deutschland habe ich bereits vor 20 Jahren verlassen. Vielleicht helfe ich aber in 10 Jahren mit beim Wiederaufbau.
Lieber Gruß, derzeit aus Spanien
b
RE: Gläserner Bürger, intransparente Politik; vier Zeitungsartikel - ein trauriger Trend!