Liebe Steemians!
Bitte Lachen
Heute zum zweiten Advent ein weiterer #Zahntipp, der sicher den wenigsten von Euch bekannt ist.
"Dieses furchtbare Geräusch", "die Vibration lässt den ganzen Kopf wackeln" und "irgendwann ertrinke ich noch von dem ganzen Wasser im Mund". Mit diesen Aussage werde ich täglich konfrontiert. Für viele Patienten ist es keine angenehme Erfahrung eine Füllung beim Zahnarzt zu bekommen. Auch wenn moderne Anästhesiemethoden den Schmerz vollständig ausschalten, bleibt das Geräusch des Bohrers natürlich vorhanden. Gerne biete ich den Patienten an, dass sie ihre Kopfhörer mitbringen oder wir spielen Musik im Hintergrund. Da Töne nicht nur durch die Luft, sondern auch per Knochenleitung weitergeleitet werden, ist es leider nicht möglich die fiesen, hochfrequenten Geräusche vollständig auszuschalten.
Nun ist die Frage: Gibt es neben der klassischen Füllung mittels Bohrer noch weitere Methoden, um Karies zu entfernen? Aktuell gibt es drei verschiedene Methoden, die meiner Meinung nach zum Einsatz kommen:
- Ein chemisches Präparat, das Karies auflösen soll (damit hab ich keine Erfahrung)
- Laser, die die Karies zerstören und die gesunde Zahnsubstanz erhalten
- Ein Kariesinfiltrant, der ohne Bohren in den Zahn diffundiert
Heute soll es um das Produkt ICON der Firma DMG gehen. Es ist der beschriebene Kariesinfiltrant. Wie funktioniert nun dieses Produkt und wann kann es zum Einsatz kommen?
Vereinfacht gesagt ist Karies eine multifaktorielle Erkrankung, die die Zahnstruktur zerstört. Damit es zur Auflösung der Hartsubstanzen kommt und eine Karies sich weiter ausbreitet, bedarf es vier Hauptfaktoren:
- Substrat = Kohlenhydrate
- Bakterien
- Einen Zahn
- Zeit
Kling vielleicht ein wenig komisch, wenn man die vier Punkte zum ersten Mal ließt, aber bei längerem Nachdenken wird klar, dass drei der vier Faktoren alleine nicht ausreichen, um den Zahn kaputt zu bekommen. Karies entsteht gerne in den Zwischenräumen, auch als Approximal- oder Interdentalraum bezeichnet, der Backenzähne und in den Grübchen und Fissuren der Kauflächen der Zähne. In einigen Fällen mit unzureichender Mundhygiene kann es auch zur Entstehung einer Karies auf den Glattflächen kommen. Ein Beispiel hierfür wäre zum Beispiel der Zustand nach einer kieferorthopädischen Behandlung mit einer Multibracketapparatur.
Die ersten Zeichen einer Karies sind weißliche Entkalkungen an der Oberfläche. Wir sprechen auch von einer Initialkaries. Die Oberfläche des Zahnes ist in diesem Fall intakt und weißt keinen Einbruch auf. Genau in solchen Fällen ist der Einsatz von ICON das Mittel der Wahl. Da eine Reinigung von den Zwischenräumen bei vielen Patienten etwas zu selten ausfällt, kann eine Karies so verhindert werden.
Initialkaries wird oft auf Bissflügelaufnahmen, einer speziellen Röntgenaufnahme, festgestellt. Es zeigen sich auf den Bildern kleine dunkle Punkte im Schmelzbereich, der äußeren Schicht des Zahnes.
Wie oben bereits beschrieben braucht die Karies alle vier Hauptfaktoren um fortzuschreiten. Durch den Einsatz von ICON wird der bereits demineralisierte Bereich durch einen besonderen Kunststoff aufgefüllt und die Bakterien von den Kohlenhydraten abgeschnitten. Ohne Nachschub von "Essen" können die Bakterien keine weiteren Säuren produzieren. Im Klartext bedeutet das, dass die Karies ohne Bohren behandelt werden kann! Zudem erhalten wir jede Menge gesunde Zahnsubstanz, die bei einer regulären Füllung hätte entfernt werden müssen. Die Füllungstherapie kann so unter Umständen für viele Jahre aufgeschoben werden.
ICON ist seit 2009 auf dem Markt, wurde weltweit in klinischen Studien getestet und hat sich einen festen Platz in vielen Zahnarztpraxen erarbeitet. Vor der Einführung des Produktes blieben dem Zahnarzt nur zwei Optionen: "Abwarten und regelmäßig kontrollieren" oder "Karies aufbohren und das Loch füllen". Nun steht uns eine dritte Option zur Verfügung. Voraussetzung für den Erfolg der Behandlung ist natürlich eine gute Mitarbeit des Patienten, um grundsätzlich beste Bedingung für eine Verhinderung von neuen Kariesstellen vorzufinden.
Neben der Behandlung von Initialkaries im Zwischenraum kann ICON auch eingesetzt werden, um Entkalkungen auf Glattflächen zu behandeln. Während der Tragezeit einer festen Spange ist die Mundhygiene durch die Spange erschwert. Zudem kommt leider oftmals eine nicht optimale Mitarbeit der jungen Erwachsenen dazu. Nach Entfernung der Spange erscheinen um die alten Klebestellen der Brackets weiße Kreise - sprich entkalkte Bereich an der Zahnoberfläche. Gerade bei den jungen Damen sitzt der Schock tief, wenn die Zähne jetzt schön gerade stehen aber "hässliche, weiße Flecken" vorhanden sind. Durch die Behandlung mit ICON können die Flecken reduziert oder sogar vollständig entfernt werden ohne dem Zahn zu schaden.
Fazit: Ein tolles Produkt, um Karies frühzeitig zu behandeln.
Ob die Anwendung von ICON möglich ist, muss von einem Zahnarzt individuell beurteilt werden! Wir nutzen in unserer Praxis ICON seit vielen Jahren und sind begeistert. Auch bei Freunden und Familie habe ich das Produkt schon eingesetzt und freue mich, wenn wir Kontrollaufnahmen machen und die Karies nicht vorangeschritten ist.
ICON ist ein geschützter Handelsname der Firma DMG. Der Text spiegelt meine persönliche Meinung wider.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Quellen:
DMG Deutschland
Wikipedia
Bilder:
Averie Woodard auf Unsplash
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Adrien Ledoux auf Unsplash
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Sebastian
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