Wer die Osterzeit nutzt und sich Gedanken über sein Leben macht (es könnte ja bald zu Ende sein), tut mehr für seine Gesundheit, als Nahrungsergänzungsmittel es je schaffen würden. Bin ich nicht im Einklang mit dem, was im Moment in meinem Leben ist, lebe ich ungesund - im Klartext ich lebe krankmachend. Das klingt erst einmal ziemlich hart. Ich möchte es aber so deutlich formulieren, weil inzwischen Viele wissen, dass Stress, Ärger, Streit, Unerfülltheit, .... uns nicht guttut. Nur Wenige ändern ihren Lebensstil. Sie bleiben lieber im Überlebensmodus und scheuen lebendiges Gestalten...
Lieber Überleben statt Leben
... das würde nämlich Veränderung bedeuten und wir Menschen sind Gewohnheitstiere und lieben eigentlich unseren Alltagstrott. Schließlich gibt er uns die Sicherheit, ohne die wir meinen nicht auskommen zu können. Wie soll ich denn mein Leben ändern, ich habe doch Familie - das Haus noch nicht abbezahlt - gerade eine super Stelle in Aussicht, bei der dann alles anders wird - und und und. Aus eigener Erfahrung kenne ich einige Beispiele aus dem Freundeskreis, bei denen zum Beispiel der Zeitpunkt der Rente mit "dann kann ich/wir endlich richtig leben" gleichgesetzt wurde, aber leider vorher schon der Herzinfarkt einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Die meisten stimmen mir zu, dass Geld nicht glücklich macht. Und dann kommt das dicke ABER - weil die Vorstellung, mit weniger Geld auskommen zu müssen einfach nicht vorstellbar ist. Und irgendwie kommt man schon zurecht mit der Unzufriedenheit, dem Stress, den Zipperlein (gibt ja Gott sei Dank die Pharmaindustrie). Hallo????? Wann willst du denn (glücklich) leben? Was machst du bis dahin? Am Abend und am Wochenende abspannen und im Urlaub auftanken... Was ist denn mit der Zeit dazwischen?
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Das Leben findet immer einen Weg
Meiner Meinung nach sind die sogenannten Zipperlein und auch Krankheiten ein Weckruf für uns. Das Leben findet immer einen Weg. Es möchte, dass wir uns mal die Zeit nehmen und in uns hineinhorchen, was da eigentlich alles so los ist. Was sagt mein Körper, wenn er sich mit Schmerzen bemerkbar macht? Was sagt mein Herz? Ja, mein Herz... Wie oft höre ich ihm zu? Wie oft überhöre ich (bewusst) diese leise Stimme? Wie oft lenke ich mich ab, verdränge meine Emotionen oder funktioniere wie gewohnt in Alltag und Beruf, obwohl ich mich überhaupt nicht dazu in der Lage fühle????
Wir haben es in der Kindheit verlernt, auf die eigene Stimme zu hören. Unser Sicherheitsbedürfnis damals war so groß, dass wir uns oft anpassten und auch lernten, unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen. Heute sind wir zwar selbst groß und stark - halt "erwachsen" - haben aber immer noch dieses Sicherheitsbedürfnis. So gestalten wir unser Leben ohne die Bereitschaft, Fehlschläge zu erfahren, Gewohntes Terrain zu verlassen oder überhaupt mal einen offenen unvoreingenommenen Blick auf die Welt zu werfen. Wie könnte meine Welt denn noch aussehen? Was machen andere anders? Wo sind Beispiele von "gelingendem Leben". "Glück" ist immer ein Prozess. Wir können nicht dauerhaft glücklich und zufrieden sein. Wir können aber erst einmal alles akzeptieren, was in unserem Leben ist. Was nützt es, mit irgendetwas zu hardern? Das, was ich ändern kann, ist meiner Aufmerksamkeit wert und wenn ich keinen Weg finde, mache ich meinen Frieden damit.
Auch hier findet das Leben immer einen Weg. Wenn ich meinen Weg noch nicht so wirklichg erkennen kann, bleibe ich offen für Hinweise. Ich selbst habe es bereits oft erlebt, dass sich dann, wenn ich meine angestrengte Suche losgelassen habe, plötzlichg irtgendwo etwas zeigt. Das Leben schickt mir Impulse und Inspirationen in Form von Büchern, Menschen, Filmen, Tieren, Fotos, ... wie auch immer. Einfach offen sein für das, was und wie es sich zeigt.
Jetzt sind wir erwachsen
Wir sind keine Kinder mehr. Es ist jetzt unsere eigene Aufgabe für uns zu sorgen. Auch wenn wir in einer Zeit leben, die uns viel Unterstützung von außen bietet (Versicherungen, Gesundheitswesen, Bildungseinrichtungen, ...), - vielleicht auch gerade deswegen? - ist es unsere Aufgabe, in die eigene Kraft zu kommen. Das eigene Leben in die eigenen Hände zu nehmen, sich möglichst lösen von allen Zwängen, die mich einengen und für mein Wohlbefinden sowie für meine eigene Meinung einzustehen.
Werden wir endlich erwachsen - niemand ist für die Qualität meines Lebens verantwortlich außer ich selbst. Was ja im Umkehrschluss ebenso bedeutet: Ich bin in der Lage, mein Leben zu verändern! Yeah" Ich kann es selbst in die Hand nehmen! Welch Vorbild bin ich dann für (meine) Kinder?!
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