An den Bühler Zwetschgen lassen sich die Veränderungen des Marktes sehr gut erkennen. Was früher einer ganzen Region zum Segen wurde, wird nun immer weniger angebaut und wird wohl nicht mehr lange überdauern können.
🇬🇧 The changes in the market can be seen very clearly in Buhler plums. What used to be a blessing for an entire region is now less and less cultivated and will probably not last long.
Bühler Zwetschgen verhalfen einer ganzen Region zu sicheren Arbeitsplätzen
- Bühler Zwetschgen, die rein zufällig um 1840 in dem kleinen Dorf Kappelwindeck in Bühl/Baden entdeckt wurden, hießen, bevor es zu der heute noch geläufigen Namensänderung kam, nach ihrer Entdeckung 30 Jahre lang noch Kappler Zwetschgen.
- Die Obstbauern um den Thesihof, wo der erste Frühzwetschgenbaum gefunden wurde, erkannten die Möglichkeiten, die ihnen diese Frucht schuf, und es wurden immer mehr Bäume dieser Art angepflanzt, sodass sich diese Region schon bald als Lieferant dieser Früchte hervortat. Ein ortsansässiger Obsthändler tat das Seinige, um die nun mit dem Namen Bühler-Zwetschge versehene Frucht weiter über die Grenzen Badens bekannt zu machen. So fanden 1884 100 Zentner dieser Früchte den Weg über Köln in das übrige Deutschland.
- 1938 waren es zu Spitzenzeiten bereits 12700 Zentner Bühler Zwetschgen,
die an einem Tag den Bühler Bahnhof verließen und so dieser Region zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhalfen. Es war nicht nur das Obst alleine, das der Region Arbeitsplätze brachte, indirekt wurde hier auch anderen Unternehmenszweigen geholfen, wie beispielsweise den Körbemachern. Da die Frühzwetschgen aus Bühl schließlich sicher verpackt ausgeliefert werden mussten, mussten die Behältnisse für die lange Reise schließlich auch erst geschaffen werden.
- Auch die Erfindung des Spankorbs, als Transportmittel für Obst, ging auf diese Früchte zurück. Unter anderem war es wieder der erste "Exporteur" der Steinfrucht, Josef Leppert, der hierzu beitrug, dass diese Erfindung 1920 angemeldet werden und daraufhin in Produktion gehen konnte.
Leider ist das Ende des Zwetschgenanbaus nah
- Auch wenn immer noch zu Ehren der Zwetschge ein rauschendes Fest gegeben wird, das alljährlich am zweiten Wochenende im September die Region in Aufruhr versetzt, so werden die Kleinbetriebe, die sich dieser Steinfrucht verschrieben haben, immer weniger.
- Ein Neuanbau
ist durch das Aufkommen "schnellerer" Zwetschgensorten nicht mehr lohnenswert für wirtschaftlich arbeitende Obstanbaubetriebe der Region. Mittlerweile haben hier die neuen Sorten an Beliebtheit gewonnen, da diese bereits nach 3-4 Jahren die Produktion dieser Steinfrüchte aufnehmen und reiche Ernten bescheren. Die Zwetschge, die Bühl bekannt werden ließ, benötigt hier mit 8-10 Jahren doch wesentlich länger, bis sie die Investitionen und die Arbeit wieder zu amortisieren beginnt.
- Die nun angesiedelten Sorten Hanita oder Cacaks haben auch bei der Ernte den Vorteil, dass die Pflücker bequem vom Pflückwagen an die tragenden Äste herangreifen können, was bei der Ernte der ursprünglich angebauten Zwetschge auch einen erheblichen Pluspunkt ausmacht, der vermutlich zum Niedergang der Bühler Zwetschge beitragen wird.
Buhler plums helped an entire region to secure jobs
- Buhler plums, discovered by pure chance around 1840 in the small village of Kappelwindeck in Bühl/Baden, were called Kappler plums for 30 years after their discovery.
- The fruit growers around the Thesihof, where the first early plum tree was found, recognized the possibilities this fruit offered them, and more and more trees of this kind were planted, so that this region soon emerged as a supplier of these fruits. A local fruit merchant did his bit to make the fruit, now called Buhler plum, known beyond the borders of Baden. Thus, in 1884, 100 hundred hundred hundredweight of these fruits found their way via Cologne to the rest of Germany.
- At peak times in 1938, it was already 12700 centner Buhler plums
that left the Buhler train station in one day and thus helped this region to an economic upswing. It was not only the fruit alone that brought jobs to the region, indirectly other branches of industry were also helped here, such as the basket makers. Since the early plums from Bühl finally had to be safely packaged, the containers for the long journey had to be created first.
- The invention of the chip basket, as a means of transport for fruit, also dates back to these fruits. Among other things, Josef Leppert, the first "exporter" of the stone fruit, contributed to the fact that this invention was registered in 1920 and could then go into production.
Unfortunately the end of plum growing is near
- Although there is still a glittering festival in honour of the plum, which sets the region in turmoil every year on the second weekend in September, the small businesses that have dedicated themselves to this stone fruit are becoming fewer and fewer.
- Due to the emergence
of "faster" plum varieties, new cultivation is no longer worthwhile for fruit growers in the region who work economically. In the meantime, the new varieties have gained popularity here, as they start producing these stone fruits after just 3-4 years and produce rich harvests. The plum, which Bühl made known, takes much longer here at 8-10 years until it begins to amortize the investments and the work again.
- The new varieties Hanita and Cacaks also have the advantage that the pickers can easily reach the supporting branches from the picking cart, which is also a considerable advantage when harvesting the originally cultivated plum, which will probably contribute to the decline of Buhler plum.