„Im Duft Steinobst, Pfirsich und Litschi etwas Heu / Am Gaumen wiederum Weingartenpfirsich unterstützt durch frische Säure und dezente Salzigkeit / Viel Schmelz am Gaumen, in der Nase rauchige Noten / Himbeeren / kühle tiefe Kirschfrucht mit dunklen Beeren und leichter Bitterschokolade / Am Gaumen Beerenfrucht unterlegt mit feiner Tanninstruktur, wirkt lebendig“
Immer wenn ich diese und ähnliche Beschreibungen bei einer Weinverkostung hörte, dachte ich an "des Kaisers neue Kleider". Ich bin lieber still und sage nicht, dass ich nichts von diesen Dingen herausschmecke, um mich nicht als völliger Wein-Banause zu outen.
Aber geahnt habe ich schon, dass da viel erfundenes Blabla dabei ist, um teurere Weine im wahrsten Sinn des Wortes schmackhafter zu machen.
Bestätigt wurde ich nun von dieser Arbeit: Forscher der französischen Insead Business School und der Universität Bonn haben untersucht, warum teurerer Wein oft als hochwertiger angesehen ist. Die Antwort liege im Belohnungszentrum des Gehirns, berichten sie im Fachjournal "Scientific Reports" über den sogenannten Marketing-Placebo-Effekt.
30 Personen wurden in einem Kernspintomografen verschieden teure Weine angeboten (aber in Wirklichkeit war es jedesmal der gleiche), und tatsächlich wurden vermeintlich teurere Weine besser bewertet. Bei diesen wurden Frontalhirn und das ventrale Striatum besonders aktiviert, Areale wo Preisvergleich, Belohnungs- und Motivationssystem sitzen.
Mehr dazu:
http://derstandard.at/2000062679822/Marketing-Placebo-Warum-teurer-Wein-besser-schmeckt?ref=rec