Aspartam, Cyclamat, Saccharin und weitere Süßstoffe haben eines gemeinsam: sie sind im Gegensatz zu Zucker kalorienfrei, gaukeln aber dem Körper die Anwesenheit von Zucker vor und bewirken daher (neben dem süßen Geschmack) die gleiche physiologische Reaktion wie Zucker: Insulin wird ausgeschüttet, als reguläre Maßnahme des Körpers, einen erhöhten Blutzuckerspiegel wieder herunterzubekommen. Da aber kein echter Zucker angekommen ist, führt das irrtümlich ausgeschüttete Insulin zu einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel. Dieser bewirkt aber ein Alarmsignal im Körper und führt zu einer Heißhungerattacke. Dieser Effekt wurde am Menschen hinreichend bewiesen und auch in der Schweinezucht greift man auf Süßstoffe zur Appetitanregung zurück. (Die Bauern wissen, dass das Geld für die zusätzlichen Süßstoffe im Futter gut investiert ist, da die Tiere damit schneller schlachtreif werden.) Die wenigen eingesparten Kalorien werden weit mehr als ausgeglichen durch die nachher neu aufgenommen aufgrund des gesteigerten Appetits. Somit bewirken Süßstoffe das genaue Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden soll – man nimmt zu.
Je mehr sich in den USA die Light-Getränke durchgesetzt haben, desto übergewichtiger wurden (und werden) die Menschen. Neben den physiologischen Effekten des Insulins kommen auch psychologische hinzu. Das Konsumieren von scheinbaren Lightprodukten führt zu dem, teilweise auch unbewussten, irrigem Glauben, an anderer Stelle einmal kräftiger zulangen zu können.
Fazit: Wenns schon mal die Phosphatbombe Cola sein muss, dann besser beim Original bleiben.
Literaturtipp:
Pollmer, Warmuth: „Lexikon der populären Ernährungsirrtümer“, Verlag Eichborn, 2000