Detox- und Entschlackungsprodukte sind ein Dauerbrenner im Wellness-Business. Anstandslos lassen sich die gutgläubigen Konsumenten einreden, dass böse Gifte und Schlacken sich durch Tees, Cremen, Säfte, Badesalze und Fußpflaster irgendwie zum Verschwinden bringen lassen (wie eigentlich?). Stattdessen lieber zu versuchen, Gifte zu vermeiden, wird hingegen nicht empfohlen. Warum nicht? Weil es um Konsum geht, nicht um Verzicht. Ein einmal gegessener Schweinebraten lässt sich mit keinem Detoxprodukt wieder ausschwemmen. Noch dazu sind Detox und Entschlacken medizinischer Unsinn. „Wenn sich Gifte in unserem Körper sammeln würden, die wir nicht ausscheiden könnten, würden wir sterben.“ Ein gesunder Körper hat Leber, Nieren, Lungen, Darm und Haut. Kurz gesagt: Das Entgiften, das macht der Organismus ganz allein. „Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die die Wirksamkeit von Detox beweist“, sagt Kurt Widhalm, Präsident des Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin in Wien. „Das heute alles vergiftet ist, ist Schwachsinn. Wir haben noch nie so viele gesunde Lebensmittel gehabt. Auch die gern erwähnten Schlacken im Körper gibt es nicht.“ (1)
Der Begriff „Schlacken“ existiert in Verbindung mit dem menschlichen Körper nicht einmal, sondern kommt aus der Metall-, Kohle- und Ölindustrie und bezeichnet Rückstände, die bei Verbrennungsvorgängen entstehen.
Übrigens: Pürierte Säfte aus Obst und Gemüse (Smoothies) sind zwar nicht schädlich, aber auch nicht die allergesündeste Ernährungsform. Erstens nimmt man zu viel Gemüse oder Obst in kurzer Zeit auf (inklusive Zuckerschock) und zweitens fällt durch das Pürieren das Kauen weg, somit fehlen wichtige erste Verdauungsschritte (Speichel enthält Verdauungs- und antibakterielle Enzyme).
Stattdessen ist nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung von Vorteil. Es ist nicht wichtig, dass Sie zwischen Weihnachten und Neujahr mit dem Essen aufpassen, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten.
aus dem Lexikon der nicht empfehlenswerten Dinge, unpubliziert