Liebe Leserinnen, liebe Leser
English version below
In den kommenden Ausgaben des achtsamen Wochenendes werde ich auf die drei christlichen Tugenden eingehen. Ich werde jeden Freitag eine davon etwas näher beleuchten.
Julius Schnorr von Carolsfeld - Glaube, Liebe, Hoffnung 1911
Glaube, Liebe und Hoffnung heissen diese Drei, lateinisch Fides, Caritas, Spes. Sie gehen auf Paulus von Tarsus zurück. In der christlichen Theologie werden sie auch als die göttlichen Tugenden bezeichnet, da sie als von Gott in der menschlichen Seele angelegt gesehen werden.
Sie sind auch in der Bibel zu finden, die wohl bekannteste Stelle ist der 1. Korintherbrief. Genauer ist es 1. Korinther 13,13. Dort heisst es:
Nun aber bleibt, Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Grösste aber von diesen ist die Liebe.
So ohne Kontext ist das nicht sehr aussagekräftig, Interessierte können wie erwähnt im 1. Korinther 13 mehr erfahren.
Mir erscheint wichtig hier zu betonen, dass meine Sicht nur eine individuelle, subjektive Sicht sein kann. Ich bin der Auffassung, dass die im Christentum überlieferten Werte und Traditionen wesentlich älter als das Christentum selbst sind. Nichts desto trotz ist dies das Gefäss, in welchem unser kulturelles Erbe im Moment weiterlebt.
Aus meiner Sicht gilt es klar zwischen der Schrift und der Tradition an sich und den Institutionen zu trennen.
Fides
Im religiösen Kontext bedeutet Glauben schlicht Vertrauen auf die Lehre und das Heilsversprechen der jeweiligen Religion. Oft sind damit auch Dogmen verbunden, es gibt also Dinge die man da glauben muss. Wie ihr wisst tue ich mich damit etwas schwer.
Aber man kann Glaube auch auf eine andere Art interpretieren, dabei hilft die lateinische Form Fides.
Dies kann auch mit Vertrauen oder Treue übersetzt werden. Damit verliert der Begriff sofort die Färbung der Institution und auch Menschen, die den Religionen kritisch gegenüber stehen, können damit eher etwas anfangen.
Anders als in einer dogmatischen Herangehensweise wird offen gelassen, auf was vertraut werden soll. Denkbar ist alles Mögliche wie z.B. die eigenen Fähigkeiten, seine Familie oder gute Freunde. Selbstverständlich kann aber nach wie vor eine göttliche Qualität gemeint sein. In Frage kommt auch die Natur, oder gar der Kosmos als Ganzes. Diese werden heute von vielen Menschen als etwas göttliches gesehen. häufig wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff des Urvertrauens benutzt.
Gemeint ist damit das Vertrauen, oder eben der Glaube das man persönliche Herausforderungen meistern kann und nicht allein ist. Es geht um ein Gefühl der Verbundenheit, der Einheit mit den Dingen und auch seinen Mitmenschen.
Trotz aller Widrigkeiten gelingt es Menschen mit einem solchen Vertrauen, immer wieder auf der Bahn zu bleiben. Mir persönlich hat das schon einige Male in meinem Leben geholfen und ich bin sicher, dass mir mein Vertrauen auch bei zukünftigen Herausforderungen helfen wird.
Mich würde interessieren auf was ihr vertraut, an was glaubt ihr? Schreibt mir doch einen Kommentar.
Ich wünsche euch ein angenehmes Wochenende.
Bis bald
English version
In the coming editions of the Mindful Weekend, I will focus on the three Christian virtues. Each Friday I will take a closer look at one of them.
Julius Schnorr von Carolsfeld - Glaube, Liebe, Hoffnung 1911
Faith, love and hope are the names of these three, in Latin Fides, Caritas, Spes. They go back to Paul of Tarsus. In Christian theology, they are also called the divine virtues, since they are seen as invested by God in the human soul.
They are also found in the Bible, probably the best known passage being 1 Corinthians. More precisely, it is 1 Corinthians 13:13, where it says:
But now we still have faith, hope, love, these three; and the greatest of these is love.
So without context this is not very meaningful, interested people can learn more in 1 Corinthians 13 as mentioned.
It seems important to me to emphasize here that my view can only be an individual, subjective view. I am of the opinion that the values and traditions handed down in Christianity are much older than Christianity itself. Nevertheless, this is the vessel in which our cultural heritage lives on at the moment.
In my view, there is a clear distinction to be made between Scripture and tradition per se and the institutions.
Fides
In the religious context, faith simply means trust in the teachings and the promise of salvation of the respective religion. Often dogmas are connected with it, so there are things you have to believe. As you know, I have a hard time with that.
But you can also interpret faith in another way, the Latin form Fides helps.
This can also be translated as trust or faithfulness. With this, the term immediately loses the coloring of the institution, and even people who are critical of religions are more likely to be able to relate to it.
In contrast to a dogmatic approach, it is left open what is to be trusted. Anything is conceivable, such as one's own abilities, one's family or good friends. Of course, a divine quality can still be meant. Also in question is nature, or even the cosmos as a whole. These are seen today by many people as something divine. Often in this context, the concept of elemental trust is used.
What is meant by this is trust, or the belief that one can master personal challenges and is not alone. It is about a feeling of connectedness, of unity with things and also with one's fellow human beings.
In spite of all odds, people with such confidence manage to stay on track again and again. Personally, this has helped me a few times in my life and I am sure that my trust will help me in future challenges as well.
I would be interested in what you trust in, what do you believe in? Write me a comment.
I wish you a pleasant weekend.
See you soon
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