Liebe Natur- und Kulturliebhaber,
letzte Woche waren wir ein paar Tage in St. Wolfgang am Wolfgangsee im Salzkammergut, einer Region zwischen Oberösterreich und Salzburg, die wunderschöne Landschaften und hohes gastronomisches Niveau bietet, aber auch viele Regentage.
St. Wolfgang mit der ortsprägenden Wallfahrtskirche gleichen Namens aus dem 13.Jhd. (einer Legende zufolge wurde die Kirche erstmals 976 durch den Bischof Wolfgang von Regensburg errichtet).
Seit dem 13.Jhd sind auch schon Pilgerwanderungen bzw. Wallfahrten an diesen Ort belegt.
Verhungern kann man hier nicht. Etliche Geschäfte laden zum Erwerb heimischer hochkalorischer Produkte ein (in fester und flüssiger Form).
Jedenfalls hatten wir Glück mit dem Wetter und sind auf den Schafberg geklettert (allerdings nicht ganz hinauf). Die berühmte, 6km lange Zahnradbahn, die in 35min Fahrzeit 1200 Höhenmeter zurücklegt, war leider nicht in Betrieb (generell gab es wenig Touristen - sehr angenehm).
Auf dem Weg durch den Wald ist uns häufig die schon ab Februar blühende Schneerose begegnet, auch Christrose genannt (Helleborus niger), eine Nieswurz aus der Familie der Hahnenfußgewächse.
Unüblich bei Blumen ist, dass die Blütenkelchblätter nach der Blüte grün werden und Photosynthese betreiben. Das könnte sich als nützlich herausgestellt haben, falls (durch die frühe Blüte) die eher bodenliegenden Laubblätter schneebedeckt sind. Die Pflanze gilt tw. als gefährdet und ist besonders geschützt.
Die zu den Korbblütlern gehörige Weiße Pestwurz (Petasites albus) mag es gerne feucht und schattig.
Sie wurde schon in der Antike angebaut. Die Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) machen die Pflanze giftig, Spezialextrakte ohne PA wirken krampflösend, schmerzstillend, entzündungshemmend und antiallergisch, werden daher bei Koliken, Asthma und Migräne mit Erfolg eingesetzt (Quelle)!
Diese Spinne ist gut getarnt - wenn sie sich nicht gerade bewegt hätte, wäre ich sicher an ihr vorbeigelaufen.
Die Blüten des Echten Seidelbast (Daphne mezereum) wachsen direkt aus den (verholzten) Stämmen, er ist damit die einzige kauliflore Art Mitteleuropas! Stammblütigkeit ist sonst nur bei Tropenpflanzen verbreitet.
Die Pflanze ist stark giftig! Nur wenige der im Spätsommer reifenden, leuchtend roten Beeren können tödlich sein!
Der Teilaufstieg hat sich gelohnt. Aussicht auf den Wolfgangsee von der "Hochwand", in der Nähe der Dorneralm.
Am nächsten Tag ging es die spektakuläre Mautstraße hinauf zur Postalm, dem größte Almengebiet Österreichs.
Doch was im Sommer ein tolles Wanderparadies ist, war zu dieser Jahreszeit (und auf ca. 1300m Höhe) ein Rückzugsgebiet des Winters!
Wenn man im Salzkammergut ist, ist auch ein Besuch von Bad Ischl Pflicht! Der Ort ist schon lange bekannt durch die Salzgewinnung, aber erst im 19.Jhd wurde er durch die Entdeckung der Sole-Heilbäder ein berühmter Kurort. Gäste aus ganz Europa kamen und ab 1849 war Bad Ischl auch die kaiserliche Sommerresidenz von Franz Joseph I.
Das ehemalige Kurhaus ist heute Veranstaltungszentrum und Konzerthalle.
Als Kaffeehausliebhaber muss man den ehem. k. u. k. Hofzuckerbäcker Zauner besuchen. Ein Flair wie zu Zeiten der Monarchie ist garantiert.
Ich hatte dort einen phantastischen "Kaiserschmarrn" - was sonst - bestellt!
Im Hintergrund der obligatorische "Zwetschgenröster" (=Pflaumenkonfitüre für unsere nödlicheren Freunde).
Über den beschaulichen Ort Strobl ging es dann zurück Richtung Wien.