avanciere ich zum ganz bekannten Fernsehkoch!
Erst mein Konto, dann der Gast und nur ja kein Skrupel.
Während der letzten Wochen wurden wir, ob bestellt oder nicht, mit einem Gericht aus dem kulinarischen Imperium eines gewissen Alfons Schuhbeck beglückt, welches in den Medien unter dieser Bezeichnung zum Verzehr angeboten wurde: Pochierte Überheblichkeit, mit überbackener Raffgier und krimineller Machenschaft in Butter sautiert.
Von der Namensgebung auf den ersten Blick eine schwere Kost, doch mit der fachlich kompetenten Zubereitung durchaus gut verdaulich – wenn auch mit einem faden Beigeschmack.
Er hier, hat sich wohl dieselbe Frage gestellt?
Somit eine willkommene Gelegenheit, mich mit dem Finanz- und Lebensmittel-Jongleur ein wenig intensiver zu beschäftigen. Es wäre nämlich jammerschade, der Alfons müsste die Stelle des Töpfe-Spülers in der JVA antreten, ohne ihn zuvor für seine Künste der Selbstbereicherung (fernab von Porzellan und Fischbesteck) zu würdigen.
Hierzu lohnt sich vielleicht ein Blick in die Vergangenheit. Wir werfen jenen auf den Zeitraum zwischen 1986 und 1992 und versetzen uns geografisch in das wunderschöne Waging am See, wo jener Herr Schuhbeck seinerseits das Kurhausstüberl erfolgreich zu einem Michelin-Stern geführt hatte. Leicht muffig im Restaurant wurde es allerdings, wenn der Chef des Hauses so ganz nebenbei seinen betuchten Gästen hochspekulative Investments anbot, diese (wie in der Gastronomie üblich) herzhaft (an)zubissen und dann anschließend Alfons Schuhbeck höchstpersönlich zum Kassieren kam.
Speziell für diese zwielichtigen Transaktionen wurden die Firmen IFM und IFC mit Sitz in Monaco gegründet. Das dortige Büro leitete Schuhbecks Freund Lutz Winkler. Nachdem das Geld der Anleger verbraten war (was sollte von einem Koch auch sonst erwartet werden) und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Regie übernahm, stellte sich heraus, dass Alfons ‘der Allmächtige’ eine monatliche Miete von 20.000 als Ausgabe geltend machte, obwohl die Wohnungen in der Nachbarschaft für 3.000 bis 5.000 zu mieten waren. Der Verdacht lag sofort nahe, Herr Schuhbeck habe die Differenz auf sein Privatkonto umgeleitet.
Schuhbeck kam, im Gegensatz zu seinen gutgläubigen Gästen/Anlegern, mit einer Geldstrafe und einer Bewährung davon. Beachtlich hierbei, dass weder der Bayerische Rundfunk, noch der FC Bayern München je daran dachten, die Zusammenarbeit mit Schuhbeck einzustellen. So wurde dem „armen, bemitleidenswerten Mann“, der (laut eigener Aussage) überhaupt nichts mit diesen Vorgängen zu tun hatte und auch noch selbst Geld dabei einbüßte, die Möglichkeit vor laufenden Kameras geboten, sich auszuweinen, seinen „Bankrott“ öffentlich zu machen und den Verkauf des Kurhausstüberl anzukündigen.
Es vergingen nur wenige Jahre und der Bankrotteur aus Waging am See stieg wie Phoenix aus der Asche zum unumstrittenen Hirsch Am Platzl in München auf. Da, wie wir alle wissen, der Hirsch auch ein ansehnliches Revier sein Eigen nennen sollte, sieht das Am Platzl wie folgt aus: Südtiroler Stuben, Schuhbecks Orlando, Orlando Bar und Lounge, Orlando Sportsbar sowie das Fine-Dining-Restaurant. Dazu gesellen sich dann noch eine Eisdiele, ein mehrstöckiger Gewürzladen, ein Tee- und Schokoladengeschäft sowie ein Müsliladen. Damit nicht genug – thront über all dem noch Alfons Schuhbecks Kochschule.
Das Vermögen des emsigen Dieners zum Wohl des Gastes wird geschätzt auf 15 Millionen Euro. Dies erschien Herrn Schuhbeck offensichtlich doch nicht übermäßig viel und so beantragte er, während der Coronakrise, bei der Stadt Beihilfe für seine geschundenen Betriebe. Als diese abgelehnt wurde, machte (nur dieses Mal nicht die Staatsanwaltschaft, sondern der ausgewiesene Kenner der manipulierbaren Materie) selbst kurzen Prozess und meldete für die Restaurants Insolvenz an. Das Personal fällt dabei, ähnlich dem Ballast, dem Hirsch nach hinten ab.
Im Gewürzladen, der nicht von der Insolvenz betroffen ist, versuchte sich der ‘Erschnüffler’ bester Einnahmequellen mit einem Produkt, das auch den treuesten Anhänger des Herd-Gurus hätte stutzig machen müssen. Live und in Farbe füllten plötzlich 500 gr.-Tüten mit Nudelwassersalz die Regale. Satte 4,90 € waren zu berappen, um gesalzenes Wasser herstellen zu können. Bei EDEKA steht das Weiße Gold im Kilo-Paket für 1,70 € zum Verkauf bereit.
Und was zeigt sich immer wieder? Wer in seiner kriminellen Gier das gerechte Verteilen vergisst, darf sich nicht wundern, wenn Insiderinformationen plötzlich auf dem Tisch der Steuerfahndung landen. Gegen die Menschlichkeit mit ihren Abgründen ist der Himalaja eine flache Sanddüne.
Zum Abschluss:
Johann Lafer (gut Freund mit Schuhbeck seit gemeinsamen Zeiten in Witzigmanns Aubergine, reiht sich hier übrigens fabelhaft ein. Auch ihm wird ein Vermögen in einer Höhe zugeschrieben, das sich vor dem seines Freundes nicht zu verstecken braucht. Trotzdem hält dies ihn nicht davon ab, einen großen Teil seines Personals über die 400-Euro-Regel anzustellen und den Rest bar Kralle auszuhändigen. Lediglich eine Selbstanzeige in letzter Sekunde bewahrte ihn vor demselben Schicksal, dem der arme Alfons jetzt entgegenblickt. Spüler in der JVA!
Und liebäugelt bitte nie mit der Hoffnung, falls ihr je einen Laden dieser Fernsehköche betreten wird, der Abkassierer selbst stünde in Reichweite des Geschehens. Dafür hat er sein Personal.
Keine Suppe, keine Stücke im Backofen und auch kein Püree.
Der Kürbis bekommt Besuch und wird verpackt!
Kürbis-Strudel im Blätterteig mit Salat und scharfem Salsa.
Wir benötigen viel Fantasie, um die manchmal riesigen Exemplare keinen Umweg zu machen, obwohl sie einem nun fast täglich begegnen. Sie lassen sich in ihrer immensen Nutzungsfähigkeit zu einer Vielzahl leckerer Gerichte verarbeiten.
Ich habe mich heute für die Variante im Blätterteig entschieden, weil sich die verschiedensten Gemüsesorten auf dem Tisch in meiner Küche eingefunden haben und sie dazu auch gut miteinander harmonieren.
Alles startet mit der Schnippel-Arbeit. Die Zwiebel, die Gemüsepaprika, Lauch, eine Karotte und Kürbisfleisch werden in dünne Streifen geschnitten. Wer ein Gemüsehobel besitzt, greift selbstverständlich zu diesem Helfer.
Die Zwiebel und die Paprika werden bei hoher Hitze in Butterschmalz oder Kokosfett angebraten. Es folgen die Karotte und der Kürbis. Erst ganz zum Schluss der Lauch, da der schnell verbrennt und damit bitter wird.
Abgeschmeckt wird mit Knoblauch, Kräutersalz, Pfeffer, gerösteten Kürbiskernen und einem Thymianzweig. Mit einem kleinen Schuss Weißwein oder Gemüsebrühe ablöschen und erkalten lassen. Käme die Füllung warm auf den Blätterteig, würde sich die butterhaltige Hülle des Teigs sofort auflösen.
Der Teig wird nun auf einem Tuch ausgerollt und anschließend reichlich gefüllt. So viel Gemüse, dass man noch gerade so den Strudel gut verpacken kann. Jetzt wandert er auf ein Backpapier, wird mit verquirltem Ei bestrichen und landet bei 160° - 170° im Backofen, der mit Umluft heizt.
Nach circa 35 Min. – oder wenn der Blätterteig so richtig goldgelb ist, wird der Backofen ausgeschaltet und der Strudel verweilt noch ein paar Minuten in der Restwärme.
Danach wird er heiß aufgeschnitten und auf dem Teller mit einem Salat garniert.
Ich bevorzuge als Soße die schärfere Variante. Wem das nicht so behagt, der greift zu einem milden Chutney oder Apfel-Meerrettich.
Guten Appetit!
Haben wir da vielleicht was missverstanden?
In der heutigen und gleichzeitig letzten Folge aus der Rubrik, das hätte ich so nicht gedacht, greife ich zu einem wahren Klassiker, was das Knapp-am-Thema-vorbeischrammen angeht.
Bob Marley - No Woman, No Cry
Die mit Abstand beliebteste Fehlinterpretation hört sich leicht überspitzt in etwa so an: „Würden die Weiber einem nicht ständig über die Füße laufen, gäbe es auch viel weniger Geschrei.“
Aus vier Wörtern wird eine Botschaft fabriziert, der man sich auch liebend gerne anschließen kann. Unwichtig dabei, dass auch folgende Übersetzung als mangelhaft eingestuft werden kann. Keine Frau – Kein Geheule.
In Wirklichkeit sagt Bob Marley nämlich: „Nein, Frau, weine nicht.“
Urplötzlich wird der missinterpretierte, sexistische Titel zu einem Trost-Lied.
Welcher Zufall oder Vorfall zur Entstehung des Songs beigetragen hat, ist nicht mehr genau zu klären. Belegt ist lediglich, dass Marley bei der Plattenfirma angab, sein Freund Vincent Ford habe seine Finger bei der Entstehung des Liedes mit im Spiel hatte. Damit wollte Bob Marley sicherstellen, dass sein Kumpel auch in Zukunft einigermaßen abgesichert seine Suppenküche auf Jamaika betreiben konnte. Das hat auf jeden Fall hingehauen!
Übrigens, Bob Dylan’s Tamburine Man ist der Drogendealer, bei dem alle Zugaben abzurufen sind, die dir den Weg aus der Realität erleichtern.
Lou Reed, ein treuer Kunde des Tamburine Man, feiert seinen Such A Perfect Day, weil er gerade seine Dosis Heroin einspritzen konnte.
Ganz schlimme Menschen, diese Musiker – uns so hinterlistig in die Irre zu führen.
Kommentarlos gebe ich für heute den Schlüssel an den Reinigungsdienst weiter.