Manchmal vergesse ich, was ich hier alles schon mal geschrieben habe. Zum Beispiel, daß ich vor fast einem Jahr schon über das Thema "Betreuung im Alltag" geschrieben habe:
Welchen Hilfebedarf hätten'S denn gern?
Vorgestern habe ich den Vertrag wieder gekündigt.
Was mir eine Hilfe hätte sein sollen, wurde mir letzlich zu anstrengend. Ich weiß gerade immer noch nicht, ob ich darüber überhaupt reden sollte. Ob ich überhaupt richtig ermesse, was schief gelaufen ist und welchen Anteil ich selbst daran habe.
Die ersten zwei Monate des Jahres gingen jedenfalls die Betreuungsstunden weitgehend dafür drauf, daß wir versuchten, sicherzustellen, daß ich die Rechnung des jeweiiligen Vormonats bezahlen könnte. Die aufgrund einer Budgeterhöhung erhöhten Zahlungen des als finanziellen Trägers der Betreuungsmaßnahme auftretenden Bezirks Oberbayern führten nämlich erstmal dazu, daß diese in die Insolvenzmasse einflossen.
Es stellte sich heraus, daß die max. 10 Jahre ältere Sozialpädagogin keine Ahnung von Insolvenzverfahren hatte. Nicht unbedingt das, was ich bei vermuteten 20 Jahren Berufserfahrung erwartet hätte. Sie hakte also bei Sachen nach, die meines Erachtens völlig klar waren. Gleichzeitig war ich aber diejenige, die die Briefe schrieb - die Verantwortung blieb also bei mir - und die von der Betreuung angehalten wurde, zum Termin um 9 Uhr morgens schon aufgestanden zu sein (im Sinne von: nicht mehr im Schlafanzug herumlungernd), was ich regelmäßig nicht schaffte, besonders, wenn der Untermieter die ganze Nacht Serien geschaut hatte ... aber auch, weil ich gar nicht in der Lage war, mich so sicher zu fühlen, daß ich am Vormittag bereits aus meinem Kokon gekrochen wäre ...
Die Budgeterhöhung war übrigens der Tatsache geschuldet, daß die seit September bei mir eingesetzte Kollegin der früheren Betreuerin ihre Anfahrt nicht in die ursprüngliche Berechnung einrechnen konnte. Mehr als zwei Stunden pro Woche war sie trotzdem nicht bei mir. Auf Einhaltung des tatsächlich vorhandenen Budgets achtete sie hingegen auch wieder nicht. Ein himmelweiter Unterschied zu der früheren Betreuerin, die nun Gruppenleiterin ist. (Wurde sie nach zwei Jahren von der Arbeit am Klienten weggelobt?)
Wir kamen auch irgendwann auf das Thema Schwerbehindertenausweis. Nachdem sie mir lang und breit die bekannten und real teilweise nicht zutreffenden Werbeargumente angebracht hatte, war ich am Überlegen, das tatsächlich zu machen. Immerhin bin ich ja irgendwie chronisch krank - und damit meine ich nicht vorrangig den Autismus. Wir druckten das Formular von der Seite aus, was irgendwie schief ging - auf dem Papier war größtenteils Zeichensalat. Also schauten wir uns das Formular am Rechner an. Es stellte sich heraus, daß sie offenbar auch damit keine Erfahrung hatte ("Ich muß da mal meine Kollegin fragen, ich hab das noch nie begleitet.") Diese Aussage kam um die 6-8 Wochen, nachdem sie mich bearbeitet hatte.
Als sie Anfang März in den Skiurlaub fuhr, habe ich leider noch nicht den Mut zusammengenommen und gekündigt, sondern erstmal nur weitere Termine abgesagt. Nachdem ich fast einen ganzen Donnerstag (das war der feste Tag, an dem die Betreuung stattfand, sofern ich nicht absagte) damit zugebracht hatte, die Steemillu vorzubereiten.
Jetzt ist der Vertrag also aufgelöst. Ich muß rückblickend zugeben, daß ich nicht aus der Sinnsuche, was diese "Betreuung" angeht, herausgekommen bin. Daß ich selbst nicht den Mut hatte, um richtige Hilfe bei spezifischen Aufgaben zu bitten (von ein oder zwei Ausnahmen abgesehen), aber auch von der Betreuerin Grenzen gesetzt bekam. Mit dem Auto irgendwo mit mir hinfahren würde sie bspw. nicht und sie erwartete auch, daß ich das Geld für diverse Ordnungssysteme (Kisten, Ordner) aufbringen würde, daß ich zwischen den Terminen Dinge erledigte usw.
Es paßte also hinten und vorne nicht. Ich bin diejenige, die deshalb jetzt interveniert hat, viele Monate, nachdem eine der beiden Betreuerinnen es hätte tun müssen meines Erachtens. Denn sie kennen sich selbst und ihren Grenzen ja besser ...
Ich bin unendlich traurig über diese Entwicklung und die damit verbundenen Erfahrungen der letzten zwei Jahre. Fällt mir nicht leicht, ausgerechnet hier bei Steemit zu posten, daß man manchmal keine Hilfe bekommt, wenn man welche bräuchte - und daß Leute, die unbekümmert anderen schaden, keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze haben müssen, sei es als Oberarzt in der Psychiatrie oder als Alltagsbetreuerin in mutterschaftsbedingter Teilzeit.