… doch alle kommen hoffentlich auf den Geschmack!
oder so
Eigentlich standen für heute gefüllte Paprikaschoten in der klassischen Art und Weise auf dem Speiseplan. Also mit Hackfleisch, Tomatensauce und Kartoffelstampf. So kenne ich es zumindest von meiner Oma und die kannte sich auf dem Gebiet einigermaßen aus.
Doch haben sich die Zeiten geändert, die Oma lebt nicht mehr und die Frau an meiner Seite kann sich für Fleisch eigentlich so gar nicht wirklich begeistern. Was bedeutet das für den fürsorglichen Partner mit nicht zu unterdrückendem Egoismus? Es werden kurzerhand zwei Versionen zubereitet. Klassisch für den Fleischesser und vegetarisch für die geliebte Frau.
Vorab sei noch erwähnt, dass ich, wenn ich mich an dieses Gericht wage, von der Fleischvariante immer gleich mehrere Portionen koche, die nachher problemlos eingefroren werden können. Also ganz im Gegensatz zu der vegetarischen Version, von der lediglich so viel zubereitet wird, wie auch an dem Tag gefuttert wird.
Es kann also losgehen
Zutatenliste für die klassische Variante:
- 10 Paprikaschoten
- 500 g. reines Rinder- oder Schweine/Rinderhack
- 3 Eier
- Altbackenes Weißbrot oder ein trockenes Brötchen
- Eine Tasse Reiskörner (Rund- oder Langkorn spielt keine Rolle)
- Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Senf und gehackte Petersilie
- 1 Dose geschälte Tomaten
- 3 Zwiebeln
- 1 Zweig Thymian
- 3 oder 4 Knoblauchzehen
- Tomatenmark
- Zucker
- Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe
Noch eine Anmerkung zu dem Reis. Mir wurde kürzlich empfohlen, doch einmal den Versuch zu starten, den Reis durch geriebenen Blumenkohl ((grobe Reibe) zu ersetzen. Was soll ich sagen? Ich habe, obwohl ich der Sache skeptisch gegenüberstand, den Versuch gewagt und, was soll ich sagen, ich war begeistert. Der Blumenkohl hinterlässt in dem Hack eine wirklich aromatische Note.
Zutatenliste für die vegetarische Variante:
- 4 Paprikaschoten
- 3 Zwiebeln
- 200 g Feta-Käse
- 150 g Emmentaler oder Pecorino
- 2 Knoblauchzehen
- 200 g Champignons oder getrocknete Steinpilze
- Gemüsebrühe
- Gehackte Petersilie
- 1 Tasse (200 ml) Quinoa
- Salz, Pfeffer, Kurkuma
Dann können wir jetzt starten!
Für die klassische Variante schwitze ich eine gehackte Zwiebel und zwei geriebene Knoblauchzehen in etwas Olivenöl an und gebe ganz zum Schluss (wenn die Zwiebel würfel schön glasig sind) die gehackte Petersilie bei. Sofort auf die Seite stellen und abkühlen lassen.
Das altbackene Brot weiche ich in kaltem Wasser ein. Das Hackfleisch wird kräftig deftig gewürzt mit Salz, Pfeffer, Senf und Paprikapulver. Dazu kommen die drei Eier, die ungekochten Reiskörner und das eingeweichte Brot, aus dem das ganze Wasser gedrückt wurde. Bevor alles richtig gut vermischt wird, gebe ich noch die Zwiebel/Petersilie bei.
Die frischen Paprikaschoten werden mit einem Schnitt knapp unter dem Stiel enthauptet und von ihrem Innenleben befreit. Ist das erledigt, werden sie mit der Hackmasse gefüllt. Ich nutze dazu einen Spritzbeutel, da ich mit dem besser in die untersten Ecken und Kanten der Schoten komme. Natürlich kann man sie auch mit den Fingern füllen. Da beim Kochen die Reiskörner sich ausdehnen, die Schoten nicht ganz bis zum Anschlag vollstopfen, sondern so zirka 5 mm Platz zum Rand lassen. Ist die Arbeit erledigt, geht es daran die Tomatensoße zu kochen, in der die Schoten später gegart werden. In einem Topf (breit, bzw. groß genug, um alle Paprikaschoten aufnehmen zu können) werden zwei gehackte Zwiebeln, etwas Knoblauch und einem gut gefüllten Esslöffel Zucker in reichlich Olivenöl angedünstet. Dann gebe ich einen Esslöffel Tomatenmark zu und schwitze auch den noch etwas an. Erst jetzt ist es Zeit für die geschälten Tomaten, den Thymianzweig, Salz, Pfeffer und Paprikapulver.
Dann setze ich die gefüllten Schoten mit der Füllung nach unten in den Topf, lege die Deckel noch bei und fülle das Ganze mit Brühe soweit auf, dass die Schoten knapp bedeckt sind. Bei schwacher Hitze ungefähr 20 min. köcheln lassen. Wer es gerne scharf mag, gibt der Soße eine fein gehackte Chilischote bei. Vor dem Anrichten die Soße noch einmal abschmecken und eventuell mit etwas Salz nachwürzen.
Ich mag am liebsten einen Kartoffelstampf dazu. Aber das ist jedem selbst überlassen.
Kommen wir nun zur vegetarischen Variante:
Ganz im Gegensatz zu den mit Fleisch gefüllten Monstern werden die Schoten für die vegetarische Variante halbiert und sauber vom Innenleben befreit. Anschließend finden sie ihren Platz in einer ausgefetteten Auflaufform. Der erste Schritt ist getan.
Dann schwitze ich in einem Topf zwei oder drei (je nach Größe) gehackte Zwiebeln und den geriebenen Knoblauch mit etwas Zucker an, anschließend folgt der gut gewaschene Quinoa, Salz, Pfeffer und Kurkuma. Aufgefüllt wird mit 500 ml Gemüsebrühe. Deckel drauf und 15 Minuten köcheln lassen.
Zeit für eine Randnotiz: In der Zutatenliste habe ich Champignons oder getrocknete Steinpilze erwähnt. Entscheide ich mich für die Champignons, dann bleibt das mit der Gemüsebrühe so stehen. Greife ich jedoch zu den Steinpilzen, erhitze ich zuerst die Brühe und übergieße damit die getrockneten Pilze. Die Früchte des Waldes kehren so zurück ins Leben und geben gleichzeitig viel Aroma an die Brühe ab, die ich dann (mit den Pilzen) dem Quinoa zugebe. Champignons kommen dagegen erst später dazu.
Nach 15 Minuten finden dann auch, die in grobe Scheiben geschnittenen Champignons den Weg in den Topf. Gut durchmischen mit dem Quinoa, vielleicht etwas Flüssigkeit zugeben und dann noch zirka 5 Minuten köcheln.
Ist der Quinoa gar (die Masse soll nicht so ganz trocken sein), nehme ich den Topf vom Herd, damit der Inhalt leicht abkühlen kann. In dieser Zeit hacke ich die Petersilie (nicht ganz so fein) und schneide den Feta in grobe Würfel. Beides hebe ich unter die Quinoa-Champignons Masse.
Da Feta von Zuhause aus bereits einen gewissen Salzgehalt mit sich bringt, beim anschließenden Abschmecken vorsichtig mit dem weißen Zeug umgehen.
Passt der Geschmack, werden die längs halbierten Schoten damit gefüllt. Nicht sparen! Es darf ruhig nach einer Hügellandschaft aussehen. Bevor die Auflaufform mit ihrem Inhalt im Backofen bei 180° Unter- und Oberhitze verschwindet, wird sie verschwenderisch mit geriebenem Käse abgedeckt. Wer seine Schoten nicht so gerne kräftig angebraten mag, der gibt in die Form noch etwas von der Brühe. Ab in den Ofen damit. Ist die Käsekruste gut ausgebildet, ist auch die Füllung fertig zum Verzehr.
Dazu klaue ich mir etwas von der Tomatensoße von der klassischen Variante oder (wenn ich es ganz genau nehme (wg. dem Fleisch, was mit der Soße in Berührung kam), koche ich mir eine ganz frische Tomatensoße oder öffne die Gläser mit meinen süß-sauren Dips. Vielleicht noch ein wenig Shoyu und Wasabi.