Warum etwas komplizieren, wenn es auch ganz einfach geht
Was sein muss, das muss halt einfach sein …
So hat sich zumindest meine Oma immer ausgedrückt, wenn sie mich geistig darauf vorbereitete, dass der Hühnerstall nicht nur seiner Eier beraubt, sondern auch sauber gehalten werden muss.
Genau so verhält es sich mit den Weihnachtplätzchen. Sie sehen nicht nur meist lecker aus, sie duften dazu verführerisch, müssen halt blödsinnigerweise nur vorher gebacken werden.
Und genau an dieses Unterfangen wagen wir uns heute dran.
Wie in der letzten Woche schon gebeichtet, bin ich wahrhaftig nicht der begnadete Bäcker unter den Buchstabenzeilenfüllern - aber ich werde mir Mühe geben. Darauf könnt ihr euch verlassen, da diese Objekte meiner Begierde auch früher oder später unter meiner Nase Unterschlupf finden.
Wir backen heute:
Nuss-Makronen
Bevor wir überhaupt mit dem Backen anfangen, möchte ich lediglich anmerken, dass ich zugeben muss, mit der Konkurrenz in den einschlägigen Zeitungen nicht mithalten zu können. Ich kann lediglich garantieren, sollte mein Rezept befolgt werden, etwas Vergleichbares wie hier oben abgebildet herauskommen wird. Auf jeden Fall schmecken sie lecker.
Die Zutaten:
- 6 Eiklar (Eiweiß)
- 300 g gemahlene Walnüsse, Haselnüsse oder Mandeln
- 200 g Puderzucker
- etwas Vanille-Mark (das Innere einer Vanille-Schote)
- 1 Prise Salz
- etwas Zitronensaft
- 100 g Kartoffelstärke (Gustin, Mondamin)
- Oblaten
- Kuvertüre
Die Zubereitung:
Das Eiweiß (sollte möglichst kalt sein) mit dem Zitronensaft, der Vanille und der Prise Salz zu festem Schnee schlagen. Der Puderzucker, die Walnüsse und das Mehl werden vermischt und dann langsam unter den Eischnee gehoben. Ich habe (und dies ist meiner Faulheit zu verdanken) dies mit dem Rührgerät gemacht. Das bitte nicht nachahmen, da dies ein Fehler ist. Denn das Rührgerät erschlägt den Eischnee. Also schön langsam mit dem Schneebesen oder einem Holzspachtel das Ganze unterheben.
Auf dem Backpapier werden nun die Oblaten in Reih und Glied gelegt und anschließend mit einem gut gefüllten Esslöffel Makronenmasse belegt.
Bei 170° in den Backofen und zirka 15 Minuten ausbacken. Danach mit Kuvertüre verzieren.
Kokos-Schnitten
Die Zutaten:
Für den Teig
- 200 g gemahlene Walnüsse
- 400 g Mehl
- 1 Päckchen Backpulver
- 250 g Butter oder Margarine
- 125 g Zucker
- 2 oder 3 Eier (je nach Größe) oder ihr benutzt die Eigelb, die von dem Belag übrig geblieben sind.
- Für die Füllung 1 Glas von der Lieblingsmarmelade
Für den Belag:
- Hier handelt es sich um exakt die gleiche Masse wie für die Nuss-Makronen nur werden die Walnüsse durch Kokosflocken ersetzt.
Die Zubereitung:
Wie bei jedem Mürbeteig alle aufgeführten Zutaten gut miteinander verkneten. Es soll ein gut formbarer Teig entstehen. Sollte der Teig etwas zu trocken sein, gebt entweder noch ein Ei oder etwas Wasser zu. Backt den Mürbeteig in eine Folie ein und lasst ihn an einem kühlen Ort mindestens 2 Stunden ruhen.
Nach der Ruhezeit wird der Teig auf dem Backpapier ausgerollt (nicht dicker als 0,5 cm) und dick mit der Marmelade bestrichen.
Anschließend rührt ihr (wie oben beschrieben) die Kokos-Masse auf und verteilt sie mit dem Teigschaber oder dem Spachtel über der Marmelade.
Ab in den Backofen und bei 175° 25 bis 30 min ausbacken.
Danach könnt ihr mit der Kuvertüre eurer künstlerischen Ader freien Lauf lassen.
Wie gut zu erkennen ist, hat sich meine Frau bei Jackson Pollock angelehnt.
Danach wird entschieden, welche Kantenlänge die Plätzchen haben sollen.
Sollte noch Teig übrig sein (von was ich eigentlich ausgehe), dann nutzt ihn einfach für irgendwelche Experimente, wie zum Beispiel so etwas:
Es ist ja inzwischen kein Geheimnis mehr, dass ich nicht unbedingt in Anbetracht des nahenden Festes in eine Art Euphorie verfalle, doch akzeptiere ich sehr wohl, wenn die Menschen um mich herum mit viel Elan und Vorfreude sich dem Weihnachtsfest nähern. Zu dieser Spezies Mensch gehört auch meine Frau, die nicht müde wird täglich an der Dekoration zu feilen und von Mahalia Jackson bis Aretha Franklin alle mal in die Lautsprecherboxen setzt.
Nachdem am Dienstag Angelina Jordan ihren Beitrag zum festlichen Anlass beitragen durfte, ist heute ein richtig alter Haudegen dran. Bob Seger interpretiert einen Song von Katherine Kennicott Davis, den diese bereits 1944 geschrieben hat. Den kleinen trommler gibt es ja in zig Versionen, doch (und da vertraue ich ganz meiner Frau) soll Bob’s Aufnahme besonders einfühlsam sein.
Hört einfach mal rein und entscheidet dann.
Bob Seger - The Little Drummer Boy
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BRenNgLAS